Zinsen beim Girokonto wichtig?

Bankkunden suchen sich teils auf recht eigenartige Weise ihr neues Girokonto aus. Beim Betrachten eines Girokonto Vergleichs fokussieren sie stark auf die Höhe der Guthabenzinsen. Zweifelsfrei ist dies natürlich berechtigt, denn mit einem herkömmlichen Sparbuch bekommt man kaum noch attraktive Zinsen gutgeschrieben. Insofern man aber bei der Girokontoauswahl nur nach den Guthabenzinsen, vergisst man schnell die Ausgabenseite. Die Rede ist dabei von den monatlichen Grundgebühren, die Banken für die Kontoführung verlangen.

Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: Nimmt man eine monatliche Kontopauschale von 5,- Euro an, so liegt man im Jahr bei 60,- Euro auf der Kostenseite. Diese Kosten will man durch die Verzinsung von Guthaben wieder hereinholen. Um also die 60,- Euro wieder aufzuwiegen, benötigt man bei einer 2,00% p.a. Verzinsung permanent 3.000 Euro auf dem Girokonto. Zur Zeit ist solch eine Verzinsung über dem Marktdurchschnitt. Und selbst bei einer Verzinsung von 3,00% p.a. bräuchte man ein dauerhaftes Guthaben von 2.000,- Euro, um auf 60,- Euro Zinsertrag im Jahr zu kommen. Da es aber auch kostenlose Girokonten gibt, bei denen nicht einmal ein Geldeingang erforderlich ist, kann man viel schneller und einfacher auf der Kostenseite sparen und muss nicht durch Zinserträge die entstandenen Gebühren ausgleichen. Wenn man also ein neues Girokonto eröffnen will, ist es folgich unsinnig, zu stark auf die Guthabenzinsen zu fokussieren. Im Vordergrund sollten neben den zu erwartenden Kosten die Funktionalität und Leistungen stehen – je nachdem ob man sich mit einer ec-Karte begnügen will oder auch eine Kreditkarte benötigt. Kostenlose Bargeldverfügungen sollten mindestens deutschlandweit möglich sein.