Social Bookmarks

Lesezeichen

Interessante Internetseiten zu finden, auf die man zu Hause oder im Büro zurückgreifen möchte, sind schnell als Lesezeichen oder Favoriten, auch allgemein Bookmarks genannt, im eigenen PC hinterlegt. Jedoch kann die Fülle der Seitenansammlungen, trotz einer durchdachten Ablagestruktur bald unübersichtlich werden. Darüber hinaus gibt es Internetseiten, die sich thematisch nicht eindeutig zuordnen lassen, weil sie diverse Kategorien abdecken. Genau genommen müssten diese Seiten in mehreren Ordnern abgelegt werden. Dazu kommt, dass diese Bookmarks nur im Browser dieses einen Computers zu finden sind. Um unterwegs auf Lesezeichen zurück zu greifen, müssen diese vom PC auf das Note- oder Netbook übertragen werden. Umständlich wird es, wenn man gänzlich auf fremde Computer angewiesen ist.

Die Alternative dazu heißt Social Bookmarks („soziale Lesezeichen“). Mit Entwicklung hin zum Web 2.0 kam die Idee auf, Bookmarks auch im Internet zu hinterlegen. Das „soziale“ daran ist, dass beim Social Bookmarking eigene Lesezeichen auch für andere Benutzer öffentlich gemacht werden können. Möglich wird dies durch spezielle Anbieter, auf deren Plattformen Bookmarks im Internet gespeichert und verwaltet werden. Somit kann man auf die eigenen Bookmarks von jedem Computer mit Internetanschluss zugreifen. Die Nutzung dieser Social Bookmark-Dienste ist nach einer Anmeldung kostenlos. Danach können Lesezeichen mit Schlagwörtern oder Schlagwörterkombinationen versehen, Kategorien oder Benutzer zugeordnet und mit Kommentaren ergänzt werden, um so die Suche nach bestimmten Themen entscheidend zu verbessern. Außerdem bieten viele Dienste die Möglichkeit einer Auflistung von beliebten und thematisch ähnlichen Links an. Zusätzlich kann die Suche nach Schlagwörtern und Themen durch die Verwendung von RSS erleichtert werden, indem der Feed in den RSS-Reader übernommen wird.

Auf diese Weise ist es anderen Usern möglich, Informationen zu suchen, die themenrelevant sind und einen inhaltlichen Mehrwert bieten. Der Erfolg von Social Bookmarking beruht also auf der Vernetzung von Inhalten und den damit verbundenen Aktivitäten der Nutzer. Denn auf Grund gleicher oder ähnlicher Lesezeichen finden sich Interessengruppen, die wiederum zu empfohlenen Seiten weiterleiten, die man sonst vielleicht nur nach einer langen Suche im Internet gefunden hätte. Dabei ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass die Bewertung eines Lesezeichens subjektiv ist, was zu einer Erschwerung bei der Suche nach relevanten Themen führen kann. Einer der bekanntesten deutschsprachigen Anbieter ist Favoriten.de.

Aber nicht nur User haben Vorteile durch Social Bookmarks, sondern auch Webmaster, die ihre Websites für Suchmaschinen optimieren müssen, um unter der stetig wachsenden Anzahl von Internetportalen überhaupt gefunden zu werden. Je weiter oben eine Website bei dem Ergebnis einer Suche über Google und Co angezeigt wird, desto eher wird sie angeklickt. Einen hohen Page Rank erreicht man u. a. dadurch, dass Suchmaschinen themenrelevante Links erkennen, die einen Mehrwert für den User haben, und dass es sich um Inhalte handelt, die ständig aktualisiert und ergänzt werden. Positiv bewerten Suchmaschinen außerdem, dass Social Bookmarks ein weit gefächertes, nicht gezielt erstelltes, natürlich gewachsenes Spektrum an Usern darstellen, die ohne Beeinflussung auf ein besseres Ranking Schlagworte vergeben oder Links setzen. Webmaster stellen dafür innerhalb einer Webseite oder eines Blogs mit einem Social Bookmark-Tool eine Funktion für den Besucher zur Verfügung, damit er diese Seite seinen Lesezeichen hinzufügen kann, die wiederum das Interesse anderer User weckt.